Urinary Anion Gap Rechner (hyperchlorämische metabolische Azidose)
Die urinary anion gap UAG = (U_Na + U_K) − U_Cl (mmol/L) ist ein umgekehrter Surrogatmarker für die NH₄⁺-Ausscheidung im Urin und dient zur Differenzierung der Ursachen einer metabolischen Azidose mit normaler Anionenlücke (hyperchlorämisch). Negativ (typisch −20 bis −50) → hohe NH₄⁺-Ausscheidung → extrarenaler HCO₃⁻-Verlust (Diarrhö, Fisteln, Harnableitungen); positiv/hoch → geringe NH₄⁺-Ausscheidung → renale Ursache: distale (Typ-1)-RTA, Typ-4-RTA (Hypoaldosteronismus, mit Hyperkaliämie), proximale Typ-2 (variabel). Referenz ≈ 0 bis +40 mmol/L. Einschränkungen: nicht gemessene Anionen (Ketoazidose, Toluol/Hippurat, D-Laktat) erhöhen falschlich; bei Urin-Na <25 osmotale Lücke verwenden. Quellen: Batlle CJASN 2012, Ito 2025, Bonner AJKD 2025. Mit Blutgasen und Klinik interpretieren. Keine medizinische Beratung.
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Wichtige Fakten
Kategorie
Health
Eingabetypen
number
Ausgabetyp
json
Sample-Abdeckung
4
API bereit
Ja
Überblick
Der Rechner bestimmt die Anionenlücke im Urin (UAG) aus Urin-Natrium, Urin-Kalium und Urin-Chlorid: UAG = (U_Na + U_K) − U_Cl. Das Ergebnis unterstützt die Einordnung einer metabolischen Azidose mit normaler Anionenlücke, sollte aber zusammen mit Blutgasen und der klinischen Situation interpretiert werden.
Wann verwenden
Zur Abklärung einer hyperchlorämischen metabolischen Azidose mit normaler Anionenlücke.
Zur groben Unterscheidung zwischen extrarenalem Bikarbonatverlust, etwa bei Diarrhö, und einer möglichen renalen Ursache.
Zur orientierenden Einschätzung der renalen NH₄⁺-Ausscheidung bei Verdacht auf eine renale tubuläre Azidose.
So funktioniert es
1Geben Sie Urin-Natrium (U_Na), Urin-Kalium (U_K) und Urin-Chlorid (U_Cl) in mmol/L ein.
2Der Rechner verwendet die Formel UAG = (U_Na + U_K) − U_Cl.
3Ein negatives Ergebnis spricht typischerweise für eine hohe NH₄⁺-Ausscheidung und einen extrarenalen Bikarbonatverlust.
4Ein positives oder hohes Ergebnis spricht für eine geringe NH₄⁺-Ausscheidung und kann zu einer renalen Ursache passen.
Anwendungsfälle
Nephrologische Abklärung einer möglichen renalen tubulären Azidose.
Einordnung eines Bikarbonatverlusts bei Patientinnen und Patienten mit hyperchlorämischer metabolischer Azidose.
Schnelle Berechnung der UAG in Lehre, klinischer Dokumentation oder Fallbesprechungen.
Beispiele
1. Diarrhö mit negativem UAG
Ärztliches Behandlungsteam
Hintergrund
Bei einer Person mit metabolischer Azidose und wiederholter Diarrhö soll die renale Reaktion auf den Bikarbonatverlust orientierend eingeschätzt werden.
Aufgabe
Es ist unklar, ob die Nieren angemessen NH₄⁺ ausscheiden und somit ein extrarenaler Bikarbonatverlust vorliegt.
Verwendung
Geben Sie U_Na = 25 mmol/L, U_K = 35 mmol/L und U_Cl = 120 mmol/L ein.
Dezimalstellen: 1
Ergebnis
UAG = (25 + 35) − 120 = −60 mmol/L. Das negative Ergebnis spricht für eine hohe NH₄⁺-Ausscheidung und passt zu einem extrarenalen, beispielsweise gastrointestinalen Bikarbonatverlust.
2. Verdacht auf distale renale tubuläre Azidose
Nephrologisches Behandlungsteam
Hintergrund
Bei einer Person mit hyperchlorämischer metabolischer Azidose besteht der Verdacht auf eine gestörte renale Säureausscheidung.
Aufgabe
Die UAG soll als zusätzlicher orientierender Hinweis auf eine geringe NH₄⁺-Ausscheidung berechnet werden.
Verwendung
Geben Sie U_Na = 30 mmol/L, U_K = 20 mmol/L und U_Cl = 40 mmol/L ein.
FAQ
Was bedeutet eine negative Anionenlücke im Urin?
Eine negative UAG spricht typischerweise für eine hohe NH₄⁺-Ausscheidung und damit für einen extrarenalen Bikarbonatverlust, zum Beispiel bei Diarrhö.
Was bedeutet eine positive oder hohe UAG?
Sie weist auf eine geringere NH₄⁺-Ausscheidung hin und kann zu einer renalen Ursache wie einer renalen tubulären Azidose passen.
Welche Formel verwendet der Rechner?
UAG = (U_Na + U_K) − U_Cl, jeweils in mmol/L.
Wann ist die UAG weniger zuverlässig?
Bei nicht gemessenen Urinanionen, etwa bei Ketoazidose, Toluol- oder D-Laktatbelastung, kann die UAG falsch erhöht sein. Bei Urin-Natrium unter 25 mmol/L sollte die osmotale Lücke verwendet werden.
Ist das Ergebnis eine medizinische Diagnose?
Nein. Die UAG ist ein orientierender Surrogatmarker und muss mit Blutgasen, Laborwerten und der klinischen Situation beurteilt werden.
UAG = (30 + 20) − 40 = +10 mmol/L. Das positive Ergebnis spricht für eine geringere NH₄⁺-Ausscheidung und kann zu einer renalen Ursache wie einer distalen RTA passen.