Systematische Blutgasanalyse, die die Anionenlücke (AG) und Delta-Delta (ΔAG/ΔHCO₃⁻) kombiniert, um gemischte Störungen zu erkennen. Schritte: ①pH (Azidämie/normal/Alkälämie); ②Primärstörung; ③Kompensation (Winter PaCO₂=1.5×HCO₃+8±2); ④AG=Na−Cl−HCO₃ (±Albumin-Korrektur); ⑤Delta-Ratio: <0,4 normale AG, 0,4–0,8 gemischt, 1–2 reine HAGMA, >2 HAGMA+Alkalose. Im Gegensatz zu anion-gap-calculator macht dieses Tool die vollständige Interpretation. Quellen: Emmett 2016, Kraut CJASN 2007, Rastegar 2007, LITFL, MDCalc, Adrogué NEJM 1998. Keine medizinische Beratung.
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Wichtige Fakten
Kategorie
Health
Eingabetypen
number
Ausgabetyp
json
Sample-Abdeckung
4
API bereit
Ja
Überblick
Dieses Tool interpretiert eine arterielle Blutgasanalyse systematisch anhand von pH, PaCO₂, HCO₃⁻, Natrium und Chlorid. Es bestimmt die primäre Säure-Basen-Störung, prüft die Kompensation mit der Winter-Formel, berechnet die Anionenlücke und nutzt die Delta-Ratio zur Erkennung gemischter Störungen. Bei Bedarf kann Albumin zur Korrektur der Anionenlücke angegeben werden. Keine medizinische Beratung.
Wann verwenden
Zur strukturierten Einordnung einer arteriellen Blutgasanalyse bei Azidämie oder Alkalämie.
Wenn neben der primären Störung auch die Angemessenheit der Kompensation geprüft werden soll.
Zur Erkennung einer hohen Anionenlücke und möglicher gemischter metabolischer Störungen mithilfe der Delta-Ratio.
So funktioniert es
1Gib pH, PaCO₂, HCO₃⁻, Natrium und Chlorid ein; Albumin ist optional und kann zur Korrektur verwendet werden.
2Das Tool ordnet den pH als Azidämie, Normalbereich oder Alkalämie ein und bestimmt die wahrscheinliche primäre Störung.
3Bei metabolischer Azidose wird die erwartete PaCO₂ mit der Winter-Formel berechnet und mit dem Messwert verglichen.
4Anionenlücke und Delta-Ratio werden berechnet, um eine normale oder hohe Anionenlücke sowie mögliche gemischte Störungen einzuordnen.
Anwendungsfälle
Intensivmedizinische Ersteinschätzung von Blutgaswerten bei Verdacht auf metabolische Azidose.
Nephrologische Beurteilung der Anionenlücke und möglicher kombinierter Säure-Basen-Störungen.
Lern- und Dokumentationshilfe für die strukturierte Interpretation von pH, Kompensation und Delta-Ratio.
Beispiele
1. Laktatazidose oder DKA mit hoher Anionenlücke
Ärztliches Team auf einer Intensivstation
Hintergrund
Eine arterielle Blutgasanalyse zeigt einen deutlich erniedrigten pH und ein niedriges Bikarbonat.
Aufgabe
Es soll geprüft werden, ob eine hohe Anionenlückenazidose vorliegt und ob die respiratorische Kompensation angemessen ist.
Verwendung
pH 7,20, PaCO₂ 25 mmHg, HCO₃⁻ 10 mmol/L, Natrium 140 mmol/L, Chlorid 104 mmol/L und Albumin 4,0 g/dL eingeben.
Das Tool weist auf eine Azidämie mit metabolischer Azidose und hoher Anionenlücke von 26 hin. Die Winter-Kompensation ist angemessen; die Delta-Ratio von 1,0 passt zu einer reinen hohen Anionenlückenazidose.
2. Strukturierte Analyse einer metabolischen Azidose
Assistenzarzt in der Notaufnahme
Hintergrund
Bei einem Patienten liegen pH 7,25, PaCO₂ 30 mmHg und HCO₃⁻ 13 mmol/L vor. Zusätzlich sind Natrium und Chlorid bekannt.
Aufgabe
Die primäre Störung und die Bedeutung der erhöhten Anionenlücke sollen ohne separate Einzelberechnungen eingeordnet werden.
FAQ
Welche Werte werden benötigt?
Erforderlich sind pH, PaCO₂, HCO₃⁻, Natrium und Chlorid. Albumin kann optional ergänzt werden.
Welche Einheit haben die Eingaben?
PaCO₂ wird in mmHg und HCO₃⁻, Natrium sowie Chlorid werden in mmol/L eingegeben. Albumin wird in g/dL angegeben.
Was berechnet die Anionenlücke?
Die Anionenlücke wird als Na⁺ − Cl⁻ − HCO₃⁻ berechnet. Bei eingegebenem Albumin wird zusätzlich eine Albumin-Korrektur berücksichtigt.
Wofür dient die Delta-Ratio?
Sie hilft, bei hoher Anionenlücke zwischen einer reinen hohen Anionenlückenazidose und möglichen gemischten metabolischen Störungen zu unterscheiden.
Ersetzt das Ergebnis eine ärztliche Beurteilung?
Nein. Das Ergebnis dient der Orientierung und ersetzt weder die klinische Beurteilung noch eine ärztliche Beratung.
Das Ergebnis beschreibt eine Azidämie mit metabolischer Azidose und hoher Anionenlücke von 27. Die gemessene PaCO₂ liegt im Bereich der erwarteten Winter-Kompensation; die Delta-Ratio beträgt etwa 1,36.