Schätzt das Risiko schwerer Blutungen unter oraler Antikoagulation (oft zusammen mit CHA₂DS₂-VASc bei VHF): HTN (SBD >160), Nierenfunktionsstörung (Dialyse/Transplantation/Krea >2,26), Leberfunktionsstörung, früherer Schlaganfall, frühere Blutung/Neigung, labiler INR (TTR <60% unter Warfarin), Alter >65, Medikamente (Thrombozytenhemmer/NSAR) und Alkohol (≥8 Drinks/Woche); je 1 Punkt (Niere/Leber, Medikamente/Alkohol bis 2 pro Paar); Gesamt 0-9. 0 niedrig, 1-2 moderat, ≥3 hoch (regelmäßige Kontrolle und reversible Faktoren beheben; ≥3 allein rechtfertigt kein Pausieren). Quellen: Pisters 2010 Chest, 2023 ACC/AHA/ACCP/HRS. Labiler INR gilt vor allem für Warfarin; bei DOAK schwächer. Keine medizinische Beratung.
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Wichtige Fakten
Kategorie
Health
Eingabetypen
checkbox
Ausgabetyp
json
Sample-Abdeckung
4
API bereit
Ja
Überblick
Der HAS-BLED-Score schätzt das Risiko schwerer Blutungen bei Patienten unter oraler Antikoagulation ein. Der Rechner bewertet neun Faktoren mit insgesamt 0 bis 9 Punkten und ordnet das Ergebnis als niedriges, moderates oder hohes Risiko ein.
Wann verwenden
Wenn bei einer oralen Antikoagulation das individuelle Blutungsrisiko strukturiert eingeschätzt werden soll.
Bei Vorhofflimmern, häufig ergänzend zur Schlaganfallrisikobewertung mit CHA₂DS₂-VASc.
Wenn reversible Blutungsrisikofaktoren wie unkontrollierte Hypertonie, NSAR oder hoher Alkoholkonsum überprüft werden sollen.
So funktioniert es
1Markieren Sie die zutreffenden Faktoren: Hypertonie, Nieren- oder Leberfunktionsstörung, früherer Schlaganfall, Blutung, labiler INR, Alter über 65, Medikamente oder Alkohol.
2Jeder zutreffende Faktor wird mit einem Punkt bewertet; Nieren- und Leberfunktionsstörung sowie Medikamente und Alkohol können jeweils gemeinsam bis zu zwei Punkte beitragen.
3Der Rechner addiert die Punkte und gibt den HAS-BLED-Gesamtwert zwischen 0 und 9 aus.
4Die Einordnung lautet 0 Punkte niedrig, 1–2 Punkte moderat und ab 3 Punkten hoch; ein hoher Wert erfordert eine ärztliche Überprüfung, ist allein aber kein Grund, die Antikoagulation abzusetzen.
Anwendungsfälle
Ärztliche Vorbereitung und strukturierte Dokumentation bei Patienten mit Vorhofflimmern und oraler Antikoagulation.
Überprüfung von Blutungsrisiken vor oder während einer Warfarin-Therapie.
Erkennen veränderbarer Faktoren wie unkontrolliertem Blutdruck, NSAR-Einnahme oder erhöhtem Alkoholkonsum.
Beispiele
1. Betagter Warfarin-Patient mit mehreren Risikofaktoren
Kardiologische Praxis
Hintergrund
Ein Patient über 65 Jahre nimmt Warfarin und zusätzlich ein NSAR ein. Außerdem liegen unkontrollierte Hypertonie und ein labiler INR vor.
Aufgabe
Das Blutungsrisiko soll anhand der HAS-BLED-Kriterien strukturiert eingeordnet werden.
Verwendung
Aktivieren Sie Hypertonie, labilen INR, Alter über 65 und Medikamente.
hypertension=true, labileInr=true, elderly=true, drugs=true; alle übrigen Faktoren=false
Ergebnis
Der Rechner ergibt 4 Punkte und ordnet das Ergebnis als hohes Risiko ein. Reversible Faktoren sollten überprüft und regelmäßig kontrolliert werden.
2. Nur Alter über 65 als erkannter Risikofaktor
Hausärztliche Verlaufskontrolle
Hintergrund
Eine über 65-jährige Person erhält eine orale Antikoagulation. Weitere im Rechner abgefragte Risikofaktoren sind nicht bekannt.
Aufgabe
Das Blutungsrisiko soll ohne zusätzliche positive Kriterien eingeschätzt werden.
Verwendung
Aktivieren Sie ausschließlich das Kontrollkästchen für Alter über 65 Jahre.
FAQ
Was misst der HAS-BLED-Score?
Er schätzt das Risiko schwerer Blutungen unter oraler Antikoagulation anhand definierter klinischer Risikofaktoren.
Wie wird der HAS-BLED-Score interpretiert?
0 Punkte gelten als niedriges, 1–2 Punkte als moderates und mindestens 3 Punkte als hohes Blutungsrisiko.
Welche Faktoren werden berücksichtigt?
Berücksichtigt werden Hypertonie, Nieren- und Leberfunktion, früherer Schlaganfall, Blutungen, labiler INR, Alter über 65, bestimmte Medikamente und Alkohol.
Gilt ein labiler INR auch bei DOAK?
Dieser Faktor bezieht sich hauptsächlich auf Warfarin; bei direkten oralen Antikoagulanzien ist seine Aussagekraft geringer.
Bedeutet ein hoher HAS-BLED-Wert, dass die Antikoagulation pausiert werden muss?
Nein. Ein hoher Wert weist auf erhöhten Überwachungsbedarf und beeinflussbare Risikofaktoren hin, rechtfertigt allein aber kein Absetzen.