Zeiteffekte in der Speziellen Relativitätstheorie
Δt = γ·Δt₀ = Δt₀/√(1 - v²/c²)
L = L₀/γ
γ = 1/√(1 - v²/c²)
Zeitdilatation ist eine wichtige Vorhersage der speziellen Relativitätstheorie, die besagt, dass Zeit in einem bewegten Referenzsystem langsamer vergeht. Dieser Effekt ist nicht auf mechanische Defekte von Uhren zurückzuführen, sondern auf eine Eigenschaft der Raumzeit selbst. Wenn sich Objekte mit nahe Lichtgeschwindigkeit bewegen, erscheint die Zeit auf dem bewegten Objekt aus Sicht eines stationären Beobachters verlangsamt.
Einstein verwendete das Lichtuhr-Gedankenexperiment, um die Zeitdilatationsformel abzuleiten. Eine Lichtuhr besteht aus zwei parallelen Spiegeln mit einem Photon, das zwischen ihnen hin und her reflektiert wird. Im ruhenden Referenzsystem bewegt sich das Photon vertikal, braucht Zeit Δt₀ = 2d/c für Hin- und Rückweg. Im bewegten Referenzsystem muss das Photon einen längeren diagonalen Weg zurücklegen.
Der Lorentz-Faktor γ = 1/√(1 - v²/c²) ist der Kernparameter der speziellen Relativitätstheorie. Wenn die Geschwindigkeit v viel kleiner als die Lichtgeschwindigkeit c ist, γ≈1, und Zeiteffekte sind vernachlässigbar. Wenn v sich c nähert, steigt γ dramatisch: bei v=0.5c, γ=1.15; bei v=0.9c, γ=2.29; bei v=0.99c, γ=7.09; wenn v→c, γ→∞.
Zeitdilatation wurde durch zahlreiche Experimente präzise verifiziert: (1) Myon-Experimente; (2) Atomuhren-Experimente; (3) GPS-System.
Zeitdilatation hat praktische Anwendungen: (1) GPS-Navigation; (2) Teilchenbeschleuniger; (3) Kosmische Strahlung; (4) Zukünftige Raumfahrt.