RLC-Schwingungskreis

Interaktive Simulation von gedämpften harmonischen Schwingungen, Resonanz und Energieübertragung in RLC-Schwingkreisen

Schaltungsvisualisierung

Dämpfungsstatus: Underdamped
Eigenfrequenz: 1.00 rad/s
Dämpfungsverhältnis: 0.10

Schaltungsparameter

Bauteilwerte

Animationssteuerung

Anzeigeoptionen

Visualisierungsoptionen

RLC-Schwingkreisgleichungen

Differentialgleichung: L·q'' + R·q' + q/C = 0
Eigenfrequenz: ω₀ = 1/√(LC)
Dämpfungskoeffizient: γ = R/(2L)
Gedämpfte Frequenz: ωd = √(ω₀² - γ²)
Strom: I(t) = q'(t)
Gesamtenergie: E = q²/(2C) + LI²/2

Anweisungen

  • R-, L-, C-Werte anpassen, um das Schaltungsverhalten zu ändern
  • Dämpfungsstatus beobachten: unterdämpft, kritisch gedämpft oder überdämpft
  • Zwischen Wellenform, Phasenporträt, Frequenzantwort und Energieansicht wechseln
  • Im Phasenporträt-Modus die Spiralbahn zum Ursprung beobachten
  • Bei Resonanz (ω = ω₀) erreicht der Strom die maximale Amplitude
  • Energie wandelt kontinuierlich zwischen Kondensator (E-Feld) und Spule (B-Feld) um

Was ist RLC-Schwingkreisschwingung?

Ein RLC-Schwingkreis besteht aus einem Widerstand (R), einer Induktivität (L) und einem Kondensator (C) in Reihe. Wenn der Kondensator zunächst geladen und dann mit der Schaltung verbunden wird, oszilliert die Energie zwischen dem elektrischen Feld im Kondensator und dem magnetischen Feld in der Spule, während der Widerstand Energie als Wärme dissipiert. Dies erzeugt eine gedämpfte harmonische Schwingung, beschrieben durch die Differentialgleichung Lq'' + Rq' + q/C = 0, wobei q die Ladung auf dem Kondensator und I = q' der Strom ist.

Dämpfungsmodi

Das Verhalten hängt vom Dämpfungsverhältnis ζ = γ/ω₀ = R·√(C/L)/2 ab. Für unterdämpft (ζ < 1) schwingt die Schaltung mit exponentiell abnehmender Amplitude bei Frequenz ωd = √(ω₀² - γ²). Dies ist der interessanteste Fall mit klaren Schwingungen. Für kritisch gedämpft (ζ = 1) kehrt die Schaltung so schnell wie möglich ohne Schwingungen zum Gleichgewicht zurück, erreicht bei R = 2√(L/C). Für überdämpft (ζ > 1) kehrt die Schaltung langsam ohne Schwingungen zum Gleichgewicht zurück mit zwei exponentiellen Abklingzeitkonstanten.

Resonanz in RLC-Schwingkreisen

Wenn von einer AC-Spannungsquelle gespeist, zeigt ein RLC-Schwingkreis Resonanz bei der Eigenfrequenz ω₀ = 1/√(LC). Bei Resonanz ist die Impedanz minimal (Z = R) und der Strom maximal. Der Gütefaktor Q = ω₀L/R misst die Schärfe der Resonanz; höheres Q bedeutet schmalere Bandbreite und selektivere Frequenzantwort. Dieses Prinzip wird in Radio-Tunern, Filtern und Kommunikationssystemen verwendet, um bestimmte Frequenzen auszuwählen.

Energieübertragung

Energie in einem RLC-Schwingkreis wandelt kontinuierlich zwischen elektrischer potenzieller Energie im Kondensator (UE = q²/2C), gespeichert im elektrischen Feld zwischen seinen Platten, und magnetischer Energie in der Spule (UB = LI²/2), gespeichert im magnetischen Feld um ihre Spulen. Der Widerstand dissipiert diese Energie als Wärme mit Rate P = I²R. Bei Abwesenheit von Widerstand (LC-Schwingkreis) bleibt die Gesamtenergie konstant und die Schwingung dauert für immer. Mit Widerstand decayt die Gesamtenergie exponentiell als E(t) = E₀·e^(-2γt), schließlich geht alle Energie als Wärme verloren.

Phasenporträt

Das Phasenporträt trägt Ladung (q) auf der x-Achse versus Strom (I) auf der y-Achse auf. Für einen ungedämpften LC-Schwingkreis erzeugt dies eine geschlossene Ellipse, die konstante Energie repräsentiert. Mit Widerstand spiralt die Bahn zum Ursprung hin, wenn Energie dissipiert wird, jede Schleife repräsentiert einen Schwingungszyklus. Die Enge der Spirale hängt vom Dämpfungsverhältnis ab. Diese Visualisierung enthüllt wichtige Systemdynamik und Stabilitätseigenschaften, die allein aus Wellenform-Diagrammen nicht sichtbar sind.

Anwendungen

RLC-Schwingkreise haben zahllose praktische Anwendungen: Abstimmkreise in Radio- und Fernsehempfängern zur Auswahl bestimmter Frequenzen; Filter in Audiosystemen und Signalverarbeitung; Oszillatoren und Taktgeber in Computern und Kommunikationsgeräten; Spannungsregelung in Stromversorgungen; Impedanzanpassungsnetzwerke; Induktionserwärmung und drahtlose Energieübertragung; Dämpfungssysteme zur Unterdrückung unerwünschter Schwingungen; Sensoren und Messgeräte; und als grundlegende Bausteine zum Verstehen komplexerer elektrischer Netzwerke und Kontrollsysteme.