Interaktives Visualisierungstool zur Analyse von Einkommens- und Vermögensungleichheit
Die Lorenz-Kurve wurde 1905 vom amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Max O. Lorenz entwickelt, um die Ungleichheit der Vermögensverteilung darzustellen. Sie trägt den kumulativen Bevölkerungsanteil (x-Achse) gegen den kumulativen Einkommensanteil (y-Achse) auf, geordnet vom ärmsten zum reichsten.
Wie man die Kurve liest: Die 45-Grad-Diagonale repräsentiert perfekte Gleichheit. Je weiter die Lorenz-Kurve unter dieser Diagonalen verläuft, desto größer ist die Ungleichheit.
Der Gini-Koeffizient, 1912 vom italienischen Statistiker Corrado Gini entwickelt, quantifiziert Ungleichheit auf einer Skala von 0 (perfekte Gleichheit) bis 1 (extreme Ungleichheit). Die meisten Industrienationen haben Gini-Werte zwischen 0,25 und 0,40.
Reale Gini-Werte: Nordische Länder (0,25-0,28), Deutschland und Frankreich (0,29-0,32), USA (~0,40), China (~0,47), Brasilien und Mexiko (0,45-0,53), Südafrika (~0,63). Werte über 0,50 gelten im Allgemeinen als hohe Ungleichheit.
Einschränkungen: Unterschiedliche Einkommensverteilungen können denselben Gini-Koeffizienten erzeugen. Ergänzende Maße wie das Palma-Verhältnis und der Theil-Index bieten zusätzliche Perspektiven.
Politische Implikationen: Länder nutzen Gini-Trends, um die Wirksamkeit von Steuer-, Sozial- und Arbeitspolitiken zu bewerten. Ein steigender Gini-Wert signalisiert wachsende Ungleichheit.