Juhasz, Lane, Rodrik (2023-2024)
Die neue Okonomie der Industriepolitik betont drei miteinander verbundene Dimensionen: Marktversagen (Begrundung), staatliche Kapazitat und politische Anreize (Durchfuhrbarkeit) sowie Politikgestaltung mit Governance (Umsetzung).
Marktversagen rechtfertigt Intervention: Externalitaten, Koordinationsversagen, Informationsasymmetrien, Kreditbeschrankungen
Staatliche Kapazitat + politische Anreize bestimmen, ob Politiken umgesetzt werden konnen: burokratische Qualitat, Interessengruppendynamik, institutionelle Beschrankungen
Politikgestaltung + Governance-Strukturen formen Ergebnisse: Zielgruppenausrichtung, Konditionalitat, Sunset-Klauseln, Uberwachungsmechanismen
"The New Economics of Industrial Policy"
NBER Working Paper No. 31538 (2023)
Annual Review of Economics 16: 213-242 (2024)
Dieser Rahmen verlagert den Fokus von der Debatte daruber, ob Industriepolitik funktioniert, zum Verstandnis wann, wie und unter welchen Bedingungen sie effektiv sein kann.
Von traditionellen marktversagenbasierten Argumenten zu einem umfassenden Rahmen, der empirische Evidenz, politokonomische Beschrankungen und Governance-Kapazitat einbezieht.
| Dimension | Traditionelle Theorie | Neue Okonomie |
|---|---|---|
| Kornerklarung | Marktversagen | Empirische Evidenz + Politische Okonomie + Governance |
| Zweck | Erklaren, warum intervenieren | Erklaren, wann, wie, unter welchen Bedingungen |
| Methoden | Theoretische Modelle + Fallstudien | Moderne Okonometrie + Politische Analyse + Text/LLM-Tools |
| Politik-Instrumente | Subventionen, Tarife | Institutionelles Design, Bedingte Unterstutzung, Austrittsmechanismen |
| Fokus | Wirtschaftliche Effizienz | Politische Durchfuhrbarkeit + Umsetzungskapazitat |
| Evidenzbasis | Deskriptive Falle | Kausale Identifikation + Landerpannels |
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Historische und zeitgenossische Beispiele fur Industriepolitik-Umsetzung in verschiedenen Kontexten und Entwicklungsniveaus.
Schwer- und Chemieindustrie-Antrieb - Zielgerichtete Subventionen, Chaebol-Unterstutzung, Exportdisziplin
Industriepolitik Suditaliens - Staatsbeteiligungen, Infrastrukturinvestitionen, gemischte Ergebnisse
CHIPS Act - Halbleiter-Reshoring, groskalige Subventionen, Technologie-Nationalismus
Green Deal Industriplan - Klimafokussierte Industriepolitik, CO2-Grenzausgleich
Umfassende Industriepolitik - SEZs, staatliche Koordination, Made in China 2025
Zielgerichtete Exportunterstutzung - Sektor-spezifische Interventionen, Produktivitatsprogramme
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Ein systematischer Ansatz zur Gestaltung, Umsetzung und Bewertung von Industriepolitik.
Das spezifische Marktversagen diagnostizieren: Externalitaten, Koordinationsversagen, Informationslucken oder Kreditbeschrankungen
Interessen der Interessengruppen, institutionelle Beschrankungen und Umsetzungskapazitat bewerten
Angemessene Instrumente auswahlen: Subventionen, Steueranreize, Vorschriften oder direkte Bereitstellung
Uberwachungsmechanismen, Verantwortlichkeitsstrukturen und Sunset-Klauseln schaffen
Politik mit kontinuierlicher Datenerhebung und Leistungsverfolgung einsetzen
Ergebnisse bewerten, Ansatz andern oder erfolglose Programme beenden
Erkunden Sie, wie verschiedene Bedingungen Politikempfehlungen beeinflussen
Parameter anpassen um Empfehlung zu generieren
Schlusselherausforderungen, die Industriepolitik bewaltigen muss, um effektiv zu sein.
Wahlzyklen, Interessengruppendynamik und institutionelle Fragmentierung konnen gut gestaltete Politiken entgleisen lassen
Politik-Eroberung, Rent-Seeking, Ressourcen-Fehlallokation und burokratische Inkompetenz
Begrenzte staatliche Kapazitat, schwache Institutionen, Datenknappheit und externer Druck
Internationale Spillovers, Umweltauswirkungen und langfristige fiskalische Nachhaltigkeit
Subventionsrennen, WTO-Streitigkeiten und geopolitische Spannungen aus Industriepolitik
Attributionsprobleme, Kontrafaktisch-Konstruktion und lange Bewertungshorizonte
Moderne empirische Methoden zur Untersuchung der Effektivitat von Industriepolitik.